Run with the wolves 2015

Wie schon letztes Jahr vorgestellt, unterstützen wir den herausragend tierfreundlichen „Run with the Wolves“- Schlittenhund-Kennel von Michael Kirchner. Das Wohl seiner Tiere steht für ihn an erster Stelle: „Mir geht es nicht darum, einen neuen Rekord aufzustellen, sondern dass meine Hunde und ich die Herausforderung der Naturgewalten spielerisch, mit Spaß und Spannung annehmen. Immerhin haben wir ein Lebewesen zum Partner, das wir auch mit Respekt, Fürsorge und guter Pflege behandeln sollten.“

Run with the wolves und mit Naturavetal!

Für das Femundrennen 2015 hatte sich das „Run with the Wolves“-Team das Motto „optimal versorgt ist halb gewonnen“ gesetzt. Dem gesamten Team war wichtig, noch intensiver als sonst auf den Nährstoff- und Wasserhaushalt des schönen und sportlichen Alaska Husky-Rudels zu schauen. Im vorletzten Jahr hatte „Run with the Wolves“ – trotz Lauflust der Huskies und grünem Licht der Tierärzte – die Endetappe ausgelassen: Die Wasseraufnahme der Hunde schien während der Schlussphase nicht ausreichend. Nun sorgt eine Anpassung der Futterzusammensetzung während der Leistungsphase für mehr Trinkfreude beim Rudel – mehr dazu später.
Das achtköpfige Rennrudel hinter den beiden Leithunden Skippi (lieb mit Dickkopf) und Falin (neugieriger Beobachter) ging dieses Jahr leicht verjüngt an den Start. Auf zweiter Position laufen Petterson und Cooper, dahinter Gerdliv, Socke, Fraser, Monza, Duncan und Woody. Alle Huskies, die im letzten Jahr in Rente gingen, konnten in liebe Hände abgegeben werden, dieses Jahr sollte das Femundrennen für Duncan und Woody das letzte große Rennabenteuer werden.
Die zwei Wochen vor dem Start nutzte das Team in Norwegen mit einer guten Mischung aus kurzen und langen Trainingsfahrten. Die Streckenlängen passte Musher Michael Kirchner ganz der Kondition und Tagesform der Hunde an.

Bei der Fütterung werden die unterschiedlichen Leistungsanforderungen und Vorlieben der Hunde berücksichtigt. „Jeder Hund hat da seinen eigenen Kopf“, so Michael, und erzählt von Skippi: „Auf meine Skippi kann ich mich blind verlassen. Skippi frisst gerne Lachs aus dem Canis Plus Sortiment. Das bekommt sie mit einer Fleischsaftbrühe. Die Restfeuchte des Trockenfutters wird damit für den Sportler optimal aufgefüllt und die Flüssigkeitsmenge erhöht. Entscheidend ist, den gesamten Wasserhaushalt hoch zu halten. Bei sehr intensiven Trainingseinheiten entlasten zugesetzte Karotten Magen und Darm. So bleibt der Wasserhaushalt im Körper in Balance. Nach dem Training bekommen alle Hunde Rinderlunge Snacks, aber Skippi mag lieber Ziege pur, und die bekommt sie dann auch. Im Rennen nimmt sie nur in den langen Pausen Trockenfutter zu sich, sonst nur Ziege oder Lamm, das schneiden wir aus den Fleischrollen in kleine Häppchen.“

Michael Kirchner betont, dass gerade die Futterzusammensetzung ein wichtiger Motivator ist, wenn es um das Trinken geht. Außerhalb der Rennsaison wird das Trockenfutter durchfeuchtet, um Flüssigkeit zuzuführen, oder zusammen mit den Canis Plus Fleischrollen angeboten. Im fordernden Training wird dann der Fettanteil im Futter nach Bedarf erhöht. Der Geschmacks- und Geruchsträger Fett steigert den Appetit und die Trinklust auf das bereitgestellte, temperierte Wasser (ca. 3 – 10 Grad). „Eine hohe Wasseraufnahme ist für die Fitness und den optimalen Nährstofftransport in den Zellen – und damit auch für das Wohlbefinden der Tiere – enorm wichtig.“ so Michael. So wurden die Pausen optimal genutzt, Energiespeicher aufgefüllt und eine Dehydrierung vermieden.
Drei Tage vor dem Start hatte das Team dann ganz entspannt, mit gutem Appetit und vielen Pausentagen, insgesamt 650 km Trainingsstrecke bewältigt. Während der Trainingstage kam dann eine Meldung des Wetterdienstes. Wetterumschwung hieß es. Wind sollte aufkommen, liebevoll von den Norwegern auch “liten Vind” genannt – was das bedeuten kann, sollte das Team noch herausfinden. Viel Erfahrung, gute Ausrüstung und vor allem die gute Konstitution der Hunde ließen alle zuversichtlich nach vorn blicken.

In Röros ging es dann am Starttag zur Anmeldung und zum Vet-Check der freiwilligen Tierärzte, die das Rennen immer sehr engagiert begleiten. Michael legt höchsten Wert auf die Kontrolle durch die Veterinäre. Der intensive und ehrenamtliche Einsatz beeindruckt jedes Jahr auf ein Neues. Die Hunde zeigten sich fit und gut im Futter – also in optimaler Startkondition. Für die Hunde gab es noch mal ein Suppenangebot und natürlich eine Portion aus den Fleisch-Rollen, die immer große Freude hervorruft.


Dann war es endlich soweit! Durch die Startgasse in der Innenstadt von Röros zogen die Schlitten an jubelnden Fans vorbei und ordentlich gegen den Wind an. Auf freier Fläche wurde es spannend – der Wind drückte die Teams immer wieder aus dem Trail. Den erste Checkpoint Tufsingdalen erreichte unser Team  dennoch recht entspannt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12,7 km/h.

Angekommen, wurde als Erstes der Depotsack organisiert und die Hunde versorgt. Das hat immer höchste Priorität. Danach hatte jeder Husky wärmendes Stroh unter dem Hintern und ein Blanket an. Gegen Wind und Schnee helfen große Decken, die über jeden Hund gedeckt werden. Darunter liegen die Hunde gemütlich geschützt. Der Schlitten wird immer so platziert, dass er den Wind vor den Hunden bricht. So versorgt können sie sicher und warm dem Schneesturm trotzen.

Halbstündlich schauten dann die Teammitglieder Beate und Kai nach den Hunden. Auch die Tierärzte machten weitere Inspektionsrunden und halfen, wo sie konnten. Die Hunde blieben – Übung macht den Meister – geduldig unter den Decken. Bei zunehmendem Schneefall und Wind aber noch guter Dinge, plante das Team bereits verlängerte Pausenzeiten für die Hunde ein.

Dann kam die Nachricht: Wetter-Zwangspause! Aufgrund des schlechten Wetters wurde das Rennen für 8 Stunden unterbrochen. Es stürmte und schneite nun horizontal. Einen Trail gab es nicht mehr! “Liten Vind” konnte also auch weit dramatischer ausfallen, als gedacht. Der Sturm legte noch zu, und die Tierärzte empfahlen, die Hunde aus dem Bereich des Checkpunkts zu nehmen. Nachdem die Hunde an den weniger sturmumtosten Platz vor dem Gemeindehaus umgelagert waren, haben sie noch eine fette Suppe bekommen und konnten unter ihren warmen Decken weiter schlafen.
Nach weiteren 4 Stunden Zwangspause konnten dann selbst Schneemobile nicht mehr fahren. Das Rennen wurde noch am gleichen Tag abgesagt. Schneeverwehungen hätte die Suche nach dem Trail wohl unmöglich gemacht. Es gab keine Proteste, schlechte Laune nutzt niemandem. Hubschrauber waren unterwegs, um die Teams der Juniorenklasse nicht aus den Augen zu verlieren.

Den bekannten Rückweg zur Hütte fanden die erfahrenen Leithunde dennoch leicht, auch wenn durch den hohen Schnee nur noch die Ohren der Hunde herausblitzten. Eine reine Schneefreude! Sicher zurück, konnte das Team die freie Zeit und das inzwischen beruhigte Wetter dann sehr schön nutzen: Die schönen Alaskan Huskies wurden in der atemberaubenden Kulisse auf tollen Bildern festgehalten.

Schlittenunerfahrene Teammitglieder durften eine kleine Extrarunde fahren, und beim gemeinsamen Abendessen vor der Heimfahrt wurde gleich für das nächste Rennen geplant. Michaels Devise: „Nach dem Rennen ist vor dem Rennen.“ So gut in Form ist eben immer schon halb gewonnen.
Wir freuen uns jetzt auf die lange Trainings-Saison, um nächstes Jahr mit Michael und seinem Team wieder den „liten Vind“ herauszufordern!

Fotos: Sami Fayed

Run with the wolves 2013

Run with the wolves

Sie möchten mehr über Michael Kirchner und seine Hunde erfahren? Besuchen Sie doch einfach mal die Internetseite von Run with the wolves.

Michael Kirchner beschreibt sich als “einen der letzten Puristen”. Er ist Züchter, Musher und Chef vom Kennel “Run with the wolves”.

Große Freude am abenteuerlich tierisch-sportlichen Spaß des Schlittenhunderennens hat Michael Kirchner, der wegen seines herausragend tierfreundlichen Engagements von Naturavetal gesponsert wird und mit acht Hunden an einem Rennen in Norwegen teilnahm. Mit seinen Alaskan Huskies – unermüdlichen Eisflitzern – ist er angetreten, um sportlich bei den Schnellsten auf vier Pfoten in Kälte, Eis und Schnee dabei zu sein.

Lesen Sie hier seinen persönlichen Bericht von der Teilnahme am internationalen Schlittenhunderennen “Femundslöpet” , einem der längsten Hunderennen Nordeuropas.