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Kleine Kräuter-Kunde

Schon in prähistorischer Zeit wurden Pflanzen als wertvolle Schätze der Natur gegen Krankheiten eingesetzt. Deren heilsame, geheimnisvolle Wirkeigenschaften waren zwar bereits bewährt – aber noch wissenschaftlich unerforscht. Damals wie heute jedoch werden Pflanzen zur Herstellung heilkräftiger Arzneien benutzt und sind mittlerweile auch medizinisch anerkannt. In vielen Ländern hat es eine lange Tradition, dass Kräuterkundige ihre Patienten mit allerlei Extrakten und Tinkturen aus Heilpflanzen zum Wohle der Gesundheit behandeln. Als Heilkräuter werden Pflanzen definiert, deren Blätter, Blüten, Stängel oder Wurzeln bestimmte therapeutische Eigenschaften besitzen.  Selbst wildlebende Tiere suchen sich instinktiv Gräser, Pflanzen, Wurzeln und Rinden, um ihre Lebenskraft zu stärken oder verzehren Kräuter, wenn sie Schmerzen haben. In unserer kleinen Kräuter-Kunde wollen wir einige dieser Pflanzen beschreiben, die Sie auch in unseren Produkten als wichtigen Bestandteil natürlicher Ernährung oder zur wohltuenden äußeren Anwendung in der Pflege wiederfinden.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen im Buch der Natur!

Aloe

Aloe ist eine Pflanzengattung der warmen Regionen und kommt besonders in Südafrika und im südlichen Europa vor. Hier in Deutschland wächst sie in Treibhäusern. Steckbrief: Aloe wird 60 cm hoch mit 4 -7 cm dicken runden Stängeln. Die Blätter sind dick und fleischig. Blütezeit ist im Juni. Sie wirkt abführend, hat eine besondere Affinität zu den Verdauungsorganen und ist daher bei chronischem Magenkatarrh angezeigt. Des Weiteren wirkt sie als Wundwasser selbst bei schlecht heilenden Wunden und wird auch bei Geschwüren eingesetzt. Wissenschaftlicher Name: Aloe vulgaris. Verwendeter Pflanzenteil: Blätter. Inhaltsstoffe: Aloine.

Artischocke

Die Artischocke ist eine Heilpflanze mit langer Historie. Ihre hervorragende Wirkung zeigt sie u. a. bei der Fettverdauung. Steckbrief: sie gehört zu den Distelgewächsen und gedeiht in warmen Regionen, wo sie hauptsächlich in den Wintermonaten wächst. Ihre Inhaltsstoffe wirken u. a. antiseptisch und blutfettsenkend. Sie besitzt eine anregende Wirkung auf Leber sowie Niere, fördert aber auch Durchblutung und Entgiftung im Körper. Wissenschaftlicher Name: Cynara scolymus. Verwendeter Pflanzenteil: alle Teile der Pflanze werden verwendet. Inhaltsstoffe: die Artischocke enthält im Wesentlichen das Kohlenhydrat Inulin, Eiweiß, Calcium, Eisen, Provitamin A und Vitamin B1. Sammelzeit: ab Februar.

Bärlauch

In der Edda, der großen Sammlung germanischer Volksmythen, erscheint der Bärlauch als eine der ersten Pflanzen nach der Erschaffung der Welt. Bärlauch gehört zur Familie der Zwiebelgewächse und kommt in fast ganz Europa wild vor. Die Pflanze wird ca. 20 – 50 cm hoch und blüht mit vielen weißen sternförmigen Blüten. Wilder Bärlauch ist leicht zu verwechseln mit der giftigen Herbstzeitlosen und dem hochgiftigen Maiglöckchen. Er ist ein Nährstoffanzeiger, denn dort, wo Bärlauch wächst und gedeiht, ist der Boden besonders nährstoffreich.
Steckbrief: wirkt positiv bei Hautleiden, Wurmbefall, Darmbeschwerden und Arterienverkalkung. Ist als blutreinigende Frühjahrskur zu empfehlen.
Wissenschaftlicher Name: Allium ursinum.
Verwendeter Pflanzenteil: Blätter.
Inhaltsstoffe: reich an Vitamin C, Magnesium, Eisen und Mangan. Sulfide wirken gegen Bakterien und Pilze.
Sammelzeit: Mai und Juni.

Birke

Die Birke ist in Europa und Nordasien beheimatet. Sie wächst auf sandigen, aber auch auf moorigen Böden.
Steckbrief: Birken haben eine wissenschaftlich erwiesene harntreibende Wirkung. Wenn der Körper irgendwo Wasser staut, vermögen die Birkenblätter die gestaute Flüssigkeit rasch zu entziehen. Gleichzeitig gibt es eine vermehrte Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen, was sich bei Stoffwechselleiden wie Rheuma und Gicht vorteilhaft auswirkt. Birkenteer wird häufig zur Behandlung von Hauterkrankungen genommen. Es vermag chronische Ekzeme positiv zu beeinflussen. Birkenwasser dient zur Kopf- und Haarpflege.
Wissenschaftlicher Name: Betula alba.
Verwendeter Pflanzenteil: im Vordergrund stehen sowohl die jungen Birkenknopsen, die jungen Blätter, aber auch der frische Birkensaft.
Inhaltsstoffe: in den jungen Blättern sind ätherische Öle, Gerbstoffe sowie saure und neutrale Saponine enthalten. Birkenteer (hergestellt durch Verschwelen von Birkenholz und –rinde) enthält hauptsächlich Karbolsäure und Kreosol.

Brennessel

Die Brennnessel wird schon seit dem Altertum als Heilpflanze geschätzt und verwendet. Sie wird vorwiegend für rheumatische Erkrankungen genutzt, aber auch als Frühjahrskur zum Entschlacken und Blutreinigen.
Steckbrief: man findet die Brennessel eigentlich fast überall, an Wegrändern, in Gärten oder auf Kompostplätzen. Sie wird bis zu 1,5 m hoch und hat lange Brennhaare an Blättern und Stängeln, die bei Hautkontakt juckende Quaddeln verursachen. Sie wirkt harntreibend, entzündungshemmend und blutbildend. Bei allgemeiner Abwehrschwäche sowie bei Hautleiden und bei Eisenmangel wird sie auch gerne als Stärkungsmittel eingesetzt.
Wissenschaftlicher Name: Urtica dioica, Urtica urens.
Verwendeter Pflanzenteil: Blätter und Wurzeln.
Inhaltsstoffe: Brennnesseln besitzen Flavonoide, den Zuckergehalt senkende Glucocinine, Kieselsäure, wertvolle Mineralstoffe, Eisen, Provitamin A, Vitamin C, reichlich Xanthophyll und Chlorophyll.
Sammelzeit: im Frühjahr die jungen Triebe und Blätter, im Spätsommer die Wurzeln. Insgesamt kann die Pflanze bis in den Herbst hinein geerntet werden.

Fenchel

Der Fenchel stammt ursprünglich aus Asien und war als Heilpflanze schon bei den alten Ägyptern beliebt.
Steckbrief: als Hausmittel wird Fenchel gerne bei Blähungen und Verdauungsproblemen eingesetzt und hilft bei Augenentzündungen. Neben seinen ätherischen Ölen, die positiv auf die Schleimhäute wirken, ist seine krampflösende und antibiotische Wirkung auch bei Blähungen und Magen- und Darmbeschwerden hilfreich.
Wissenschaftlicher Name: Foeniculum vulgare.
Verwendeter Pflanzenteil: Knolle mit Blättern sowie die Früchte.
Inhaltsstoffe: Eisen, Kalium, Kalzium, Vitamin A, Vitamin B1, B2, Vitamin C und E sowie ätherische Öle wie z. B. Anethol.
Sammelzeit: Sommer, Herbst.

Holunder

Der Holunder kommt in ganz Europa vor. Da er sich nicht nur durch Samen verbreitet, sondern auch durch Wurzelschößlinge, ist er schwer zu vertreiben.
Steckbrief: altbekannt ist die harn-, schweiß- und milchtreibende Wirkung der Holunder- oder „Fliederblüten“, wobei auch die Beere dieselbe Wirkung besitzt. Die Beeren haben blutreinigenden und blutbildenden Charakter und säubern alle inneren Organe.
Wissenschaftlicher Name: Sambucus nigra.
Verwendeter Pflanzenteil: sowohl Blätter und Wurzeln als auch Holunderblüten und die bekannten Holunderbeeren.
Inhaltsstoffe: Holunder hat viel Vitamin C in den frischen Blüten, enthält Eisen, Kupfer sowie terpentinhaltige ätherische Öle. Weiterhin enthält Holunder in den Beeren reichlich Vitamin A, B und C (mehr als Heidelbeere und Himbeere).

Hopfen

Der Hopfen wächst bei uns nicht nur wild, er wird in Deutschland auch seit dem achten Jahrhundert angebaut.
Steckbrief: die medizinische Wirkung geht hauptsächlich von den Bitterstoffen aus. Hopfen wirkt appetitanregend, Magen-Darm-kräftigend, nervenberuhigend und schlaffördernd. Ihm wird auch bei einzelnen Bitterstoffen eine Hemmwirkung auf Bakterien und Wucherungen nachgesagt.
Wissenschaftlicher Name: Humulus lupulus.
Verwendeter Pflanzenteil: Fruchtzapfen.
Inhaltsstoffe: Lupulin, Hopfenbitterstoffe sowie ätherische Öle, Gerbsäure und Hopfenbitter.

Knoblauch

Durch eine Studienveröffentlichung der Veterinärpharmakologie und -toxikologie Zürich kommt Knoblauch immer wieder in die Negativschlagzeilen: Dort wird angegeben, dass eine toxische Dosis von Knoblauch bei 5g/kg Körpergewicht oder 1,25 ml/kg Körpergewicht während einer Gabe von 7 Tagen entsteht. Diese Information erscheint allerdings erst, wenn man genauer danach sucht. Auf der Startseite über den Toxizitätsgrad von Allium sativum steht: Giftig bis stark giftig. Diese Information scheint einigen Hundebesitzern schon zu reichen, um zu wissen, dass Knoblauch dem Hund nur schaden kann. Bei der genannten Mengenangabe bedeutet dies für einen Hund mit einem Beispielsgewicht von 15 kg eine Gabe von 75 g Knoblauch täglich! Eine Knoblauchzehe wiegt zwischen 2 g – 3 g. Das hieße also, ein 15 kg schwerer Hund erhielte täglich 25 Knoblauchzehen.

Das allerdings macht kein Hund mit. Dabei gehört Knoblauch zu den ältesten Heilpflanzen und wurde schon von alters her als Heil- und Stärkungsmittel verwendet.

Traditionell wird Knoblauch gerne bei folgenden Beschwerden eingesetzt: Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall oder Verstopfung, Blähungen und Darmentzündungen. Knoblauch tötet krankhafte Darmbakterien ab und fördert die Colibakterien (normale Darmbewohner). Auch bei Erkrankungen der Luft- und Atemwege wie Bronchitis, Keuchhusten und Asthma sowie bei Bluthochdruck, Arterienverkalkung sowie Herzmuskelschwäche ist Knoblauch effektiv. Des Weiteren wirkt Knoblauch wurmtreibend und wird in der indischen Medizin als Kräftigungsmittel eingesetzt.

Wichtige Inhaltsstoffe von Knoblauch:

Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett, Calcium und Phosphor, Magnesium, Eisen, Vitamin B1, B2 und C, Fermente, Inulin und das schwefelhaltig ätherische Öl Allicin. Allicin ist die Verbindung, die den Knoblauchgeruch verursacht und dem die gesundheitsfördernde Wirkung des Knoblauchs zugeschrieben wird.

Eine Anfrage beim Veterinärtoxikologischen Institut der Universität Zürich wurde von Herrn Prof. Dr. Nägeli wie folgt beantwortet: „Die Fütterung von Knoblauch an Hunde kann sich günstig auf die Gesundheit auswirken. Über die tatsächliche Wirkung als Repellent (Abschreckungsmittel gegen stechende Insekten) weiß ich aber nichts. Empfohlen wird eine tägliche Dosis von 4 g/Hund der frischen Knoblauchzehe. Für Pulver usw. habe ich keine Dosierungsempfehlung.“

Antwort Dr. Korthäuer: „Knoblauchvergiftungen sind mir in 20 Jahren tierärztlicher Tätigkeit bisher nicht untergekommen, obwohl manche Tierbesitzer es schon etwas mit der Knoblauchgabe an ihren Hund übertreiben.“

Bei Naturavetal gilt der Grundsatz: viel hilft nicht viel! Deshalb ist in unserem Canis Plus Alleinfuttermittel auch nur eine sehr geringe Menge an Knoblauch enthalten.

In unterschiedlichsten Untersuchungen wurden bei Hunden keine klinischen Symptome festgestellt, die zu Vergiftungserscheinungen von Allium sativum gehören. Alle untersuchten Hunde bekommen Canis Plus Alleinfuttermittel schon über mehrere Jahre und waren gesund, auch wies das Blutbild keine Auffälligkeiten auf.

Lavendel

Heimisch ist der Lavendel in Oberitalien und in Südfrankreich, inzwischen verschönt er aber auch die Gärten Deutschlands.
Steckbrief: mit seinen ätherischen Ölen wirkt der Lavendel auf verschiedene Organsysteme. So z. B. blähungstreibend und gallefördernd auf das Verdauungssystem, krampflösend auf die Luftwege, wasserausscheidend auf die Nieren und beruhigend auf die Nerven. Sogar bei infizierten Wunden wirkt Lavendel antiseptisch und eiterwidrig.
Wissenschaftlicher Name: Lavendula officinalis.
Verwendeter Pflanzenteil: Lavendelblüten und -blätter.
Inhaltsstoffe: Lavendel enthält neben ätherischen Ölen Gerbstoffe, Glykosid und Saponin.

Löwenzahn

Löwenzahn ist auch unter den Namen Melkdistel, Pusteblume oder Milchdistel bekannt. Schon im Mittelalter wurde der Löwenzahn bei Gicht und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Auch heute ist er sehr geschätzt bei Gelenkentzündungen und Wassereinlagerungen.
Steckbrief: Löwenzahn ist beinahe überall zu finden. Er gehört zu den Korbblütlern und wird bis zu 20 cm hoch. Der Stängel enthält einen weißen milchigen Saft. Löwenzahn schmeckt eher bitter und wirkt appetitanregend. Er regt den Stoffwechsel an und wird als Tee gerne bei Leber- und Gallenbeschwerden eingesetzt sowie zur Blutreinigung und bei allgemeiner Altersschwäche.
Wissenschaftlicher Name: Traxacum officinale.
Verwendeter Pflanzenteil: Wurzeln und Blätter.
Inhaltsstoffe: Löwenzahn enthält eine antibiotisch wirksame Substanz, Vitamine der B- und C-Gruppe, den Bitterstoff Taraxacin sowie Inulin. Inulin ist ein sich in Fruchtzucker umsetzendes Kohlenhydrat, dem eine spezielle Wirkung gegen Zuckerkrankheit zugeschrieben wird

Petersilie

Die Petersilie gehört zu den bekanntesten Küchenkräutern. Selbst bei den antiken Griechen wurde die Petersilie aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung und als Hilfe bei Verletzungen wie Quetschungen, Geschwüren und Mückenstichen verwendet. Steckbrief: die Petersilie ist ein Doldenblütler und hat möhrenähnliche Pfahlwurzeln. Sie ist eine mehrjährige Pflanze, die sogar bis über einen Meter hoch werden kann. Sie leistet wichtige Unterstützung bei Infektionen und Abwehrschwäche, fördert die Blutbildung und ist ein reichhaltiger Mineralienlieferant. Außerdem besitzt sie eine große Wirkung auf Nieren und Blutgefäße. Wissenschaftlicher Name: Petroselinum crispum. Verwendeter Pflanzenteil: frische Blätter. Inhaltsstoffe: Petersilie hat einen bemerkenswert hohen Gehalt an Eiweiß, Mineralien, Calcium, Eisen und Provitamin A und B 1, B2, Vitamin E und Folsäure. Bereits 5 g Blattpetersilie decken den Tagesbedarf an Provitamin A und Vitamin C.

Salbei

Der Salbei wurde früher auch als Bakterientöter bezeichnet. Hauptsächlich wird Salbei in Gärten gezogen, verwildert kommt er nur noch ganz selten vor. Salbei ist sehr ausdauernd. Bereits im Altertum war Salbei als Heilmittel sehr geschätzt. Steckbrief: Salbei wirkt als Aufguss bakterientötend. Er bringt daher bei Wunden eine schnelle Heilung. Innerlich wirkt Salbei schweißhemmend. Wissenschaftlicher Name: Salvia officinalis. Verwendeter Pflanzenteil: Blätter und junge Triebe. Inhaltsstoffe: ätherische Öle mit Salviol, Cineol, Kampfer, Gerbstoffen und Harzen.

Stiefmütterchen

Stiefmütterchen: „Das große Blütenblatt ist die Stiefmutter, die sich in einem bunten großartigen Kleiderschmuck präsentiert. Die nächststehenden mittelgroßen Blätter sind ihre eigenen noch standesgemäß geschmückten Töchter, während die beiden Stieftöchter klein und schmucklos nur ein Kelchblatt als Schmuck haben. Da hatte der liebe Gott Mitleid mit ihnen, drehte die Blüte um, dass sie zuoberst stehen, die böse Stiefmutter aber zuunterst.“
Steckbrief: die Blätter und Blüten wirken anregend auf die Haut. Sie tragen zur Reinigung der Nieren bei und helfen gegen chronische Hautausschläge.
Wissenschaftlicher Name: Viola tricolor.
Verwendeter Pflanzenteil: Blätter und Blüten.
Sammelzeit: April – September.

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